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Was bedeutet Ehe für mich?

Ich bin 31 Jahre alt und weiblich. Ich bin Single und habe keine Kinder. Ob ich mal heiraten und Kinder möchte?Nun ja- hängt von dem Menschen ab, der mir begegnet. Was bedeutet Ehe für mich? Warum kann man heiraten? Welchen Nutzen hat es, egal in welcher Hinsicht, emotional, finanziell, psychisch, soziologisch, philosophisch?Auf der Erde gibt es rund 7 Milliarden Menschen. Eine Masse. Zäh, kunterbunt, kantig und rund, gut und böse, groß und klein, gesegnet und verdammt. Ein Makrokosmos. Tausende Galaxien, unmöglich menschlich zu erfassen, den Sinn, Zweck unseres echten daseins. Aber es gibt Mikroebenen. Quasi wie wenn man von einer Kamera den Zoom benutzen. Und in diesen Mirkokosmen spielt sich das Leben ab. Auf der ganzen Welt versuchen Menschen Systeme zu erschaffen, die uns das Zusammenleben möglich machen, quasi die Zivilisation aufrecht zu erhalten, weil wir irgend wann mal entschieden haben, dass das der Weg ist. Nicht das Recht des Stärkeren, Klügeren, Fitteren, Reicheren. Sondern der zivilisierte, demokratische. Und in genau diesem Teil der Welt gibt es die Ehe. Ein Bund zwischen zwei Menschen, die nicht blutsverwandt sind, sich aber dennoch so verhalten. Familie. Menschen die zu einem stehen, auch wenn man Fehler macht, wenn es einem schlecht geht. Menschen die mit dir gemeinsam den Weg des Lebens gehen, egal in welche Richtung sich dieses auch entwickelt, welche Umstände, Zufälle, Glücksfälle sich auch ereignen mögen. Das bedeutet Ehe für mich. Das Versprechen, nicht mit Rückzug und Desinteresse zu reagieren, Probleme offen anzusprechen und Entwicklung zulassen. Prioritäten gemeinsam zu setzen, Ziele zu definieren und eben oft besprechen, um festzustellen, ob die Ziele noch aktuell attraktiv sind für beide. Und wenn nicht die Ziele so zu korrigieren, dass wieder beide gut damit leben können. Und auch dann hinter diesem jemand zu stehen, wenn dieser eine richtig doofe Entscheidung getroffen hat. So Leid es mir tut, aber ja genau das bedeutet es. Vertrauen. Vertrauensmissbrauch. Enttäuschung. Zeit. Zeit den anderen wieder als Menschen kennen zu lernen. Als Individuum. Verstehen, warum der Partner so handelt. Hineinfühlen. Ich wöllte sowas auch besprechen. Davor. Mit meiner Partnerin. Was wäre wenn spielen. Mit dem Eheversprechen verspricht man sich meiner Meinung nach, immer offen aufeinander zu zu gehen und den anderen so anzunehmen wie er ist. Mit den Fehlern, Unsicherheiten, verborgenen Ängsten. Den anderen als Individuum wahrzunehmen, auch wenn man nach Außen hin den eigenen kleinen Mikrokosmos gegründet hat. Für mich als eine in 2016 lebende 30- Jährige bedeutet die Ehe kein Zwang mehr. Nicht noch wie vor 100 Jahren. Ich stehe auf meinen eigenen Beinen. Ich brauche keinen "Mann" oder in meinem Fall eben "Frau" um gut leben zu können. Das bedeutet Gleichberechtigung für mich. Dass Männer rund 20% mehr für die selbe Leistung bekommen finde ich zwar doof, aber irgendwie sind Gehaltsverhandlungen ein hartes Stück Arbeit, und geschichtsbedingt arbeiten Männer daran einfach schon viel länger. Ehe bedeutet für mich, sich ein System zu erschaffen, indem beide sich in diesem Mikrokosmos wohlfühlen. Wie das aussieht entscheidet jeder Mikrokosmos selbst. Eine Scheidung würde für auch viel mehr bedeuten als nur eine Trennung. Jede Ehe hat auch steuerliche und rechtliche Vorteile. Und auch gesellschaftliche. Bei deiner Scheidung sollte das berücksichtigt werden. Schwierig zu definieren, steuerlich aber sicher machbar. Immerhin ist die "Ehe" so heilig, dass die homosexuelle eingetragene Partnerschaft nicht vollkommen gleichgestellt ist, weil es Sakrileg stören würde. Adoption, natürlich ist jedes einzelne Hetero- Paar besser als homosexuelle Paare. Es ist nicht viel eher so, dass es auf die einzelnen Mikrokosmen ankommt und ein Mensch, der viel über Mikrokosmen gelernt hat und regelmäßig geschult wird diese prüft und nach dem Wohl des Kosmosanwärters entscheidet. Und jeder Mensch, dem der Begriff "Erdbeerkäse" ein dämliches Grinsen ins Gesicht schneidet, sollte jetzt eigentlich verstehen was ich meine. Ich sage nicht, dass solche Menschen keine Kinder haben sollten. Aber ich denke, wenn diese Kinder es schaffen ein gutes Leben zu führen, was denken die Menschen denn ist bei Homosexuellen anders? Kennen diese Menschen keine? Jeder kennt doch jemanden. Da sind genauso gute und weniger geeignete Eltern dabei. Und ich möchte, dass derjenige den ersten Stein wirft, dessen Familie keine Probleme hat. Dafür, dass ich nicht mal weiß, ob ich überhaupt heiraten will, finde ich ganz schön viele Argumente. Ich möchte die Möglichkeit haben. Ich möchte die Entscheidung treffen. In meinem Mikrokosmos.
17.4.16 15:47
 


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