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Gleichberechtigung

"Das ist ein sehr weites Feld" würde der Vater von Effie Brist wohl sagen. Da sind zwei sehr starke Worte drin, sehr schwierige Worte. Gleich. Was bedeutet gleich. Mathematisch gesehen, entspricht der eine Wert genau dem anderen. Im Zusammenhang mit Recht bedeutet es genau das Gegenteil. Denn wir sind es nicht. Gleich. Wir sind alle anders, jeder einzelne. Nicht mal wir selbst ähneln uns. Und das wäre furchtbar, wenn meine politischen, wirtschftlichen und rechtlichen Ansichten in den letzten 15 Jahren nicht weiterentwickelt hätten. Dennoch befürworte ich das Rechtssystem. Ich bin stolz auf unser Rechtssystem. Auch wenn es viele Lücken gibt, Ungerechtigkeiten, Bürokratie und so weiter. Es ist unser System. Und jeder einzelne von uns entwickelt es weiter. Mit seinen Handlungen. Anwälte, Richter, Straftäter, Polizeibeamte, das sind auch alles Menschen wie du und ich. Politiker ebenso. Jeder von uns kann Politiker werden. Naja, es gibt bestimmt rechtliche Einschränkungen, aber ich gehe mal von mir aus. Keiner von uns sagt anderen gern, was sie falsch machen, oder erinnern andere Menschen daran, dass sie sich nicht an die Regeln halten, bzw. jemandem weh getan haben oder Schlimmeres. Wir neigen dazu, "Geschäftsrollen" mit Menschen gleichzusetzen. Ich möchte das Mal mit der klassischen Familie erklären Anfang 1900: Der Mann ist verantwortlich, Frauen dürfen nicht wählen, Menschen mit anderem kulturellen Hintergrund wurden als Sklaven gehalten. Ein Bauer mit Frau und drei Kindern entscheidet sich, seine Tochter zu verheiraten und die Söhne mit 13 von der Schule zu nehmen, weil er Hilfe bei der Ernte braucht. Die Familie ist nicht glücklich, aber vertraut darauf, dass er im Sinne der Familie entschieden hat. Keiner würde ihm damals einen Vorwurf machen, weil er sonst vielleicht sein Land verlieren könnte und die Familie gar nicht mehr ernähren kann. Eine rationale Entscheidung aus der Rolle des Verantwortlichen für die ganze Familie. Irgendwann war aber eine Zeit gekommen, in der man gemerkt hat, dass es vorkommt, dass Menschen diese Rolle ausnutzen. Und man beschloss, die rechtliche Lage zu ändern. Frauen hatten plötzlich genau dieselben Rechte wie Männer. Aber nur die Rechte. Nicht die Pflichten. Wissen Sie wie ich von älteren in der Hierarchie höher stehenden Männern angeschaut werde, wenn ich Ihnen die Türe aufhalte? Die wollen da teilweise echt nicht durchgehen. Das ist so krass, ich muss dann vorgehen, weil ich eine Frau bin. Denn von den männlichen Kollegen wird es erwartet, dass die Tür nach Hierarchie geöffnet wird. Frauen und Männer sind einfach nicht gleich. Körperlich nicht, geistig nicht, nicht mal Frauen und Frauen sind gleich, Männer und Männer im Übrigen auch nicht. Keiner ist wie ein anderer. Wir sind jeder er/ sie selbst. Und durch gleiche Rechte ergeben sich auch immer gleiche Pflichten. Bedeutet, jeder von uns kann jede Rolle einnehmen. Dafür müsste man aber auch die Pflichten und die Verantwortung übernehmen. In Online- Medien jammern können wir alle. Aber tatsächlich was tun, tatsächlich sich weiterbilden und herauszufinden woher kommt das Übel, das machen wir nicht. Wir sitzen lieber zu Hause vor der Glotze und beschweren uns darüber, wie es sein kann, dass es tatsächlich Menschen gibt, die Erdbeerkäse für gesund halten können und fordern gleichzeitig Volksabstimmungen, wir kaufen Fleisch und Fisch nur im Angebot und superbillig und beschweren uns vorne an der Kasse/ im Internet/ bei Freunden darüber, dass das Unternehmen überhaupt Produkte anbietet, bei denen Tiere nicht zu Öko-/ Tierwohl- Bedingungen gezüchtet werden. Wir fordern strenge Datenschutzrichtlinien und beschweren uns über die Datenweitergabe von sozialen Netzwerken- machen uns aber gläsern bei Gesichtsbuch und co, wir bemängeln die Bürokratie, wollen aber so wenig wie möglich Eigenverantwortung für uns übernehmen, für alles eine Versicherung, einen Vertrag, eine Absprache...Ich denke jeder sollte sich selbst über an der Nase packen. Darüber nachdenken, was andere an einem selbst stören könnte, darüber nachdenken, was einen an anderen stört, und ob man diese Eigenschaft evtl. auch besitzt. Und die Menschen im eigenen Umfeld miteinbeziehen. Verantwortung übernehmen. Egal wer man ist. Das ist für mich Gleichberechtigung. Jeder tut sein möglichtes, um den anderen nicht zu schaden und das Leben lebenswert zu gestalten.
17.4.16 16:26
 


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