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sich selbst verzeihen

Ich mag ja bekanntlich Sprüchebilder. Auch solche, die irgendwelche längt in Vergessenheit geratene Lebensweisheiten zu Tage fördern. Und da gibt es so einen Lebenskünstler/ LifeCoach/ Trainer/ Entertainer/ Marketing- Ass, welcher eben diese ab und zu postet. Und mir werden sie angezeigt, weil einige Frauen, mit denen ich auf sozialen Medien befreundet bin den Typ toll finden. Oder sein Programm. Das weiß ich nicht. Vielleicht auch beides. Jedenfalls stehe ich solchen Dingen grundsätzlich skeptisch gegenüber. Für mich ist ein Life- Coach nichts anderes als ein Therapeut, der sich moderner Methoden bedient, um bei seinen Patienten durch kognitives Erlernen sofort Ergebnisse zu erzielen. An sich eine gute Sache. Wenn denn die Betreuung stimmt. Der therapeutische Hintergrund bewusst ist. Und keine Abzocke. Egal. Jedenfalls sind seine Sprüchebilder meist schön. Und dann war da so ne Werbung. Ein autogenes Training. Und es war als Schnupperkurs umsonst eingestellt. Und ich habe es heruntergeladen. Und wollte es nicht hören.Und habe es nicht gehört. Bis zu dem Tag, an dem ich neue Musik auf dem Handy hatte und diese gemütlich anhörte. Irgendwann endete die Musik un die Meditation begann. Und ich blieb liegen und befolgte, was die sanfte, tiefe Stimme mir sagte. Und es war sehr angenehm. Es löste jede Spannung in mir. Und ein Satz beendete dann alles. Tränen liefen. Ich hasse diesen Satz, der meist zu Singles gesagt wird, direkt nachdem man gefragt wurde wie es einem geht: "Gibt´s was neues in der Liebe?"Im Ernst? Ich frag doch auch nicht jedes Mal Euren Beziehungsstatus ab wenn ich euch sehe. Ich verarbeite. Und das dauert eben. Lasst mich einfach. Es bringt mir nichts ihr zu verzeihen. Sie ist längst passé, es geht nicht um sie. Es geht um mich- Ich hab mir noch nicht verziehen. Ich muss erst mal wieder der Mensch werden, der ich sein möchte. Aktuell bin ich das nicht. Aktuell kann ich das noch nicht sein. Alles in mir sträubt sich dagegen. Eben weil ich mir noch nicht verziehen habe. Und es geht Stück für Stück voran. Und je verzweifelter ich versuche, dieser Mensch zu werden, desto anstrengender ist es. Ich muss erst mal wissen, warum ich dieser Mensch sein will. Wieso ist es mir das Wert? Wo lag der Ursprung meiner Denkweise?Ob ich eine Beziehung habe oder nicht ist mir momentan scheißegal. Wenn sich ein Mensch findet, der freiwillig diese Fragen mit mir beantwortet, dann herzlich willkommen. Wenn nicht, dann eben nicht. Ich habe quasi den Ehrgeiz verloren. Meine Zugkraft. Ich hab mich mein Leben lang selbst voran getrieben. Und jetzt bin ich es irgendwie müde geworden. Aber es fühlt sich nicht schlecht an. Ich beobachte viel. Die Vögel auf der Terrasse, die Menschen in der Stadt, die Spaziergänger. Ich bin viel gelassener geworden. Weniger streng. Auch bei mir selbst. Aber ob das gut ist oder nicht, das kann ich noch nicht einschätzen. Aber ich bin gespannt, wohin es mich führt.
1.5.16 10:56
 


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